Farbwert / Sättigung

Es spiegelt sich seltsam im Glas,
die Form entzieht sich dem Blick.
In Schichten gebrochen, unsichtbar,
zerfällt der Umriss zu Schleiern.

Kein Halt in der Fläche, kein Griff,
doch jedes Detail drängt nach Grund.
Die Leere füllt sich mit Ahnung,
die Fülle verläuft in Schweigen.

Ein Wille, der nicht wählen kann,
ein Zug, ein Drang, ein Ganzes –
ein Atem hält, dann löst er sich,
das Maß verliert sich im Entgleiten.

Farbwert – schon ausgehungert.
Die Haut liegt still über Knochen.
Der Spiegel lügt – lügt leise –
zeigt Fülle, dann Zuviel, dann nichts.

Sättigung – schon übervoll.
Die Haut gedehnt bis zur Grenze.
Der Spiegel lügt – lügt laut –
zeigt Leere, dann Zuwenig, dann nichts.

Frederik Rentrop
2025