Buffering

Aufgewühlt im Rauschen, losgelöst, keine Strömung.
Passagen kartographiert, die keine Karte kennt.
Das Nichts bebt noch.
Zeit sickert durch, niemand da.
Momente entstehen, dann vorbei, treiben weg.
Still gestellt. Vibriert trotzdem.
Schwach festgehalten, dann weg.
Kein Rahmen mehr, keine Form.
Nur dieses Gleiten um drei Uhr nachts.
Zu vage um zu gehen, zu real um zu bleiben.

Unter der Oberfläche gibt alles nach, verblasst wie bedruckter Stoff.
Eingeätzt im Atem eines Versprechens, kalt geworden.
Absichten losgelassen, Tageslicht kommt trotzdem. Brutal.
Ein Aussetzer, Buffering, eine Verzerrung.
Phrase zu Stein. Schatten falsch geworfen. Nichts zu haben.
Man hat sowieso nichts. Hatte nie.
Licht durchs Fenster verlernt das Leuchten.
Konturen aufgelöst, sieht aus wie Laphroaig.
Versiegelt, vor dem Öffnen.
Man verlernt alles, auch Fallen.
Hineingezogen in Stille, fade to black.

Keine Grenze mehr, kein Ende, kein Gesicht.
Nur Stille, kommt näher, zieht sich zurück.
Kein Selbst zum Folgen, auch keins zum Fliehen.
Nur dazwischen, immer. Die eine Narbe, die bleibt.

Frederik Rentrop
2018