Schlagwort: Freie Lyrik

  • Jetzt!

    Die Stadt kocht,
    rennt, tropft und brennt.
    Die Musik rockt in
    Bars, Clubs und Hallen.

    Alles klingt nach Jetzt,
    selbst was erst morgen ist.
    Wir hören nur:
    Weiter, weiter, weiter.

    Logos wie Kicks, dazu fünf Flaschen Bier:
    Das Raster bleibt stabil.
    Literatur mit uns an der Bar:
    Kritzelei auf Bierdeckeln, lauter als der DJ.
    Cut. Weiter.

    Ausstellungen wechseln
    schneller, als wir blinzeln:
    Auf, zu,
    neu.

    Wir stolpern:
    vom Kickertisch zu Groove Attack,
    dann in den Park.
    Auf den Ringen: mit Augen.

    Graffiti brutal auf Metall.
    Jeder Waggon: ein Screen.
    Jeder Zug: ein Beat.
    Wir lesen den Takt.

    Kölsch im Stehen,
    Pizza im Gehen.
    Wir fressen die Nacht,
    die Nacht frisst zurück.
    Layout der Straßen:
    unruhig, chaotisch, aber lesbar.

    Dann der Rhein:
    Breit, kühl und unbeeindruckt.
    Er schweigt,
    wir hören alles.

    Dann der Keller:
    Drum’n’Bass wie Maschinen.
    Bass. Snare. Bass. Snare.
    Weiter.

    Mädchen: Ironie im Blick,
    zwischen Kuss und Rausch,
    zwischen Flirt und Crush.
    Jeder will was sagen,
    jede hat was zu sagen.
    Nah, laut, alles richtig.

    Taschen voller Zettel:
    Texte, Bilder, Nummern, Herzen.

    Herzen zu schnell:
    Beats, Blicke, Lichter, Stimmen.

    Jetzt!

    Frederik Rentrop
    Köln, 2003
  • Alles

    Du gehst vor,
    ich folge nah.

    Wir teilen diesen Beat,
    und was er antreibt,
    wenn du
    leise laut bist.

    Wir nehmen uns alles,
    und wenn wir wieder atmen,
    verbrennen wir's.

    Frederik Rentrop
    2003