Das Schlimmste:
Sie kommt zu zweit nach Hause.
Das Allerschlimmste:
Absicht dahinter.
Sex vielleicht.
Für sie.
Ohne mich.
Tragisch.
Klar.
Aber:
Jetzt grad –
nicht der Fall.
Sie kommt allein.
Oder:
nicht ganz allein.
Ein Hund.
Also:
Sie mit Hund.
Oder:
Hund mit ihr.
So wie sie geht.
So wie sie tritt.
So wie sie schreitet –
zu angenehm.
Ich stehe.
Distanzwahrung vor der Tür.
Wegen Geräuschen.
Wegen Sichtbarkeit.
Wegen allem.
Keine Bewegung.
Sie darf mich nicht hören.
Unter keinen Umständen.
Leichte Neigung nach vorn.
Schrägstellung.
Spion-Glas vergrößert.
Ihr Abbild:
lupenrein.
Sie trägt:
Schwarzer Wollmantel.
Rock.
Strumpfhosen.
mmmh.
Kopfkino:
90er-Jahre-Film.
Arthouse.
Arte.
Koproduktion mit Frankreich.
Studienrat vibing.
Zufall.
Knall.
Pathetisch.
Sofort.
Die Alte von oben:
Runterstarrend.
Spöttisch.
Lüstern.
Wein.
Freundinnen.
Erzählung.
Dann:
Fehler.
Schwerkraft.
Körper folgt Körper.
Ein Schritt nach vorn –
nicht gewollt.
Knöchel.
Tür.
Knock.
Ihr Blick.
Fast direkt in mein Gesicht.
Durch Holz.
Durch Glas.
Sie:
Guckt.
Tür:
Da.
Ich:
Klebe.
Sie kann mich nicht sehen.
Hoffentlich.
Nicht hören.
Hoffentlich.
Bleib still.
Bleib einfach still.
Stille:
Im falschen Moment.
–
Frederik Rentrop
2024