Refrain

Du lehnst dich vornüber,
das Licht bricht hart an deinen Schultern,
Schweiß flimmert auf deiner Haut,
wo jeder Takt die Luft in Streifen schneidet.
–
Nichts bleibt still –
nicht du, nicht ich.
Ein Brummen zwischen uns,
wie ein Motor in einer heißen Sommernacht,
der uns mitzieht –
bis die Straße uns auffrisst.
––
Was kommt,
hängt nicht an dir,
hängt nicht an mir.
Es rinnt
wie Schweiß in den Kragen,
wie Regen auf Asphalt.
–––
Wir halten nichts zurück,
dein Schrei schlitzt die Nacht entzwei,
so fest wie ein Gedanke –
der bleibt.
––––
Und wenn alles zusammenkracht,
nehmen wir’s
wie einen Refrain,
der zu gut ist,
um nur einmal gespielt zu werden,
noch einmal,
bis die Nacht uns ausspuckt.
–––––
Frederik Rentrop
2010

OTE

OTE ist eine Comedy-Action-Dokumentation im Reality-Stil mit absurdem Humor und Musikmontage-Stil aus dem Jahr 2010. Der Film wurde als DVD veröffentlicht.

Der Film dokumentiert und inszeniert zugleich eine spezifische Sport- und Subkultur der 2000er-Jahre und verbindet reale Situationen mit filmischer Überhöhung.

Der Film arbeitet mit rhythmischer Montage, Musikdramaturgie und dokumentarischen Elementen, um Atmosphäre, Körperlichkeit und Szenekultur zu verdichten. Inhaltlich ist OTE zugleich Zeitdokument, Stil-Experiment und unabhängige Autorenproduktion –jenseits klassischer Produktionsstrukturen.

OTE Film Trailer
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Frisco Wow Boys – Golden Hole

Verse 1
She walks out. Cologne shakes loud.
Band shirt torn. She cuts through crowd.
Jeans hang low. Her eyes on prowl.
The hunt begins. No words. Just growl.
Golden Hole!

Chorus 1
She spins around. Night unlocks.
No rules. No plan. Desire knocks.
She turns her hips, meaning clear. HEY! HEY!
I get it now, that’s why I’m here.
Golden Hole!

Verse 2
No rules tonight. She takes control.
Razor laugh and hungry soul.
The crowd falls hard. It’s skin on skin.
The game is short. Fire within.
Golden Hole!

Chorus 2
No breaks. No shame. Signal bold.
Her rebel heat won’t wait for cold.
She sets the stage. I take the road. HEY! HEY! HEY!
The flesh train rolls. Heavy load.
Golden Hole!

Bridge
She wants it all. She wants the hit.
She turns her back. I follow it.
That body calls, the prey is near.
Her kiss is raw. I taste no fear.
Golden Hole!

Verse 3
Stumble to her place. Tale retold.
Girl gone wild. No grip to hold.
No sunrise deal. Just aftershow.
Just raw collapse inside her.
Golden Hole!

Final Chorus
No mercy now. No limits shown.
Her fever burns. She takes the throne.
The lights collapse. I hit the road. HEY! HEY! HEY!
The flesh train crashes. Full explode.
Golden Hole!

Derik Rentrop
2006

Pferdeschwanzgedanken

Ich ertappe mich,
schon wieder dabei,
wie ich daran denke,
an ihren Haaren zu ziehen.
~
Nicht wild,
nicht roh,
einfach so:
bleib mal kurz hier.
~
Sie trägt die Haare hoch:
Pferdeschwanz.
Absichtlich, natürlich.
Zopf und Gummi vom Büdchen
(sie weiß, was sie tut).
~~
Wenn sie tanzt …
vorn,
gerade noch so in Reichweite …
und so tut, als wär ich Statist,
dann muss ich,
ganz kurz
einmal.
~~~
Nicht reißen,
nur Kontrolle.
Ich spür dich,
das hier ist echt.
~~
Und sie?
Lässt es zu.
Vielleicht für mich,
vielleicht für sich
(vielleicht beides).
~
Ich mag sie,
sehr sogar.
Sie hat was verändert
in mir.
Nicht viel …
Besser: wenig.
~
Mit ihr ist selbst
nichts machen
ein guter Plan.
~~
Und manchmal,
wenn ich daran denke,
wie sie bleibt,
wie sie lacht,
wie sie tanzt,
~~~
dann wird's laut
in mir,
für einen Moment,
~~~~
und ich denk:
Das ist vielleicht Liebe
(oder was Besseres).
~
Frederik Rentrop
2006

Sand Dollar 2006

Pantone setzt Trend –
wir nicken im Chor.
Beige wie die Haut,
serviert mit Dekor.

Farbton verschwitzt,
verkauft als Balance.
Gehypt im Branding,
doch nackt in Distanz.

Soft focus, clean surface,
desire, refined.
Die Wirkung verdeckt,
was wirklich gemeint.

Wie Sonne auf Make-up,
mit Sand auf der Haut.
Die Wirkung täuscht,
erzwungen vertraut.

Ein Hauch von Natur,
dämlich glatt retuschiert.
Die Farbe, die bleibt –
bis man nichts mehr spürt.

Frederik Rentrop, 2006