• Pegel Null – Ostsee Cut Remix

    Ein Remix aus Texten, Begriffsminiaturen und Lyrik-Bruchstücken. Sie dreht sich. Das Vinyl auch. Zwei Kräfte. Ich dazwischen. Eine literarische Montage über Sucht, Nähe und Entscheidung.

    Literarische Montage · Autofiktion · 2026

  • Buffering

    Aufgewühlt im Rauschen, losgelöst, keine Strömung.
    Passagen kartographiert, die keine Karte kennt.
    Das Nichts bebt noch.
    Zeit sickert durch, niemand da.
    Momente entstehen, dann vorbei, treiben weg.
    Still gestellt – vibriert trotzdem.
    Schwach festgehalten – dann weg.
    Kein Rahmen mehr, keine Form.
    Nur dieses Gleiten um drei Uhr nachts.
    Zu vage um zu gehen – zu real um zu bleiben.

    Unter der Oberfläche gibt alles nach, verblasst wie bedruckter Stoff.
    Eingeätzt im Atem eines Versprechens – kalt geworden.
    Absichten losgelassen, Tageslicht kommt trotzdem. Brutal.
    Ein Aussetzer – Buffering – eine Verzerrung.
    Phrase zu Stein. Schatten falsch geworfen. Nichts zu haben.
    Man hat sowieso nichts – hatte nie.
    Licht durchs Fenster verlernt das Leuchten.
    Konturen aufgelöst, sieht aus wie Laphroaig.
    Versiegelt, vor dem Öffnen.
    Man verlernt alles, auch Fallen.
    Hineingezogen in Stille – fade to black.

    Keine Grenze mehr, kein Ende, kein Gesicht.
    Nur Stille, kommt näher, zieht sich zurück.
    Kein Selbst zum Folgen, auch keins zum Fliehen.
    Nur dazwischen, immer. Die eine Narbe, die bleibt.

    Frederik Rentrop
    2018

  • Kippt

    INT. HOTELZIMMER - TAG
    Scheiben schwitzen.
    Die Wände atmen nicht.
    Whiskey. Schweiß.
    Ich hocke hier,
    als wär's mein Geruch,
    der nicht geht.
    Fernseher: Stumm.
    Das Fenster hält Atem.
    Ein Hauch,
    fast nichts,
    trägt Kälte.
    Die Weite
    nicht für mich.
    Lärm schlägt durch.
    Zu nah.
    Stimmen
    von früher,
    nicht mehr zu ertragen.
    EXT. STRASSE - NACHT
    Glück kippt.
    Mond: Scheinwerfer.
    Mein Kopf im Rausch.
    Straßen taunass.
    Lampen fahl.
    Schatten stolpern, hungrig,
    verloren.
    INT. HOTELZIMMER - NACHT (SPÄTER)
    Zwei Menschen.
    Unser Atem zu nah.
    Salz-Erdnuss-Finger
    an deiner Hand.
    Ein Hauch,
    fast nichts,
    trägt Wärme.
    Kurzer Sieg,
    sofort verloren.
    Wiederholt.
    Neben mir:
    die Flasche.
    Trennt mich vom Leben,
    wie draußen
    von drinnen.
    Schraubverschluss klebt.
    Ich hebe sie an,
    was mich halten sollte,
    kippt raus.
    Nacht am Fenster.
    Draußen geht ein Licht an.
    Meins nicht.

    Frederik Rentrop
    2017
  • Puls sine fine

    Aër inclinans tacitus movetur.
    Puls: cor tremit in me – corpora nostra fremd.
    Philos quaerimus – corpus mutat: Eros.
    Begehren pulsans, Sehnsucht intus.

    Forma nova vocat – sie mich, ich sie.
    Eam prope tenui.
    Non dixi: „Mea es."
    Subter: Glut – nulla superficies tenet.

    Meine Hand ad collum – nicht von mir allein
    sed ex voto eius: unser Begehren.
    Illa – oculis ardentibus –
    manum meam duxit ad collum suum, drückte sie dort, hielt sie, ließ nicht los.
    In meinen Fingern: ihre Lust, klar – puls sub cute – ich las: volles Ja. Befehl.
    Mein Zögern weicht.
    Meine Lust wächst.

    At illa in silentio meo legit:
    Erlaubnis, premere fortius.
    Lust ardet in umbra.
    Blut – margo flectitur: Grenze.

    Verlangen per medium, sanft.
    Glanz ihrer Haut – lumen oculis dedit.
    Suspirium eius leicht.
    Ihre Wärme accendit flammam.

    Postea – sero – scivi:
    Was sie wollte war echt, sed non libera.
    Umbra vetusta – lumen oculis abstulit.
    Memoria subter, alte Wunde kehrt.
    Ich sah die Flamme, nicht den Grund des Feuers.
    Meine Lust sah nur ihre Lust – nicht die Wunde.
    Illa deutet mein Schweigen:
    Erlaubnis ohne Maß.

    Recessi per viam quam ambo scimus.
    Spur haftet nah.
    Tage trennen, vinculum hält.
    Sie bindet mich.

    Nulla verba, nullae scenae.
    Glanz zwischen uns et umbra interpres.

    Quod restat:
    Glut ohne Namen.
    Puls sine fine.

    Et inter omnia ardet:
    Schweigen – das keiner richtig liest.

    Frederik Rentrop
    2016
  • Flutmond

    Sie stolpert durch die Stunden,
    Kopf schwer, Sicht nur ein Spalt.
    Raus will sie, raus aus dem Käfig.
    Sie sieht es nicht. Will es nicht sehen.

    Sehnsucht glimmt. Dunkel zieht sie tiefer.



    Sie ist nah, wieder weg, scheu wie ein Streuner.
    Ich flüstere von Straßen, Nebel, Flucht.

    Sie hört hin, und etwas bewegt sich.
    Ihr Herz schlägt schnell, ein neuer Takt.
    Ein Gedanke greift, nimmt sie mit.
    Glut, noch kein Feuer.

    ––

    Ihr Blick brennt, Funken in der Luft.
    Stille wird hörbar, ihr Zweifel sinkt.

    Sie will Sturm – roh, ohne Schmuck.

    Sie kehrt sich um, das Scheue zeigt sich,
    wölbt sich, gibt preis.
    Sie atmet auf.
    Dunkelheit bricht auf – ich dränge vor, ein Ruck.
    Ein Zögern – das sich löst.

    Strom bricht los, wild und zart zugleich.
    Schmerz blüht, sie errötet. Sie atmet tief.
    Pein wird Lust.

    ––––

    Das Meer rauscht in meinem Kopf.
    Die Wand reibt an ihrer Schläfe.
    Ihr Leib glüht – vertraut und fremd.
    Klar und gefährlich.

    Ihr Kinn hebt sich, zeigt Hals. Mein Druck, der wiegt.
    Begierde steigt, süß und falsch.

    Die Flamme tanzt auf Glut.
    Sie folgt – wird Wort, wird echt.
    Ihr Schrei zerreißt die Luft.
    Zwei Ströme in einem Fluss.
    Das Beben macht sie frei.

    ––––––––
    Und über allem hängt der Flutmond.
    Er hält. Die Erde ruht unter ihr.

    Die Nacht bricht ein. Sie bleibt – getragen.

    Und sie weiß.



    Frederik Rentrop
    2015
  • Geschützt: Blitz

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  • Sledgeback – Insane

    Sledgeback – „Insane“ Official Music Video – A BlankTV Feature

    Artist city, country: Seattle, Washington, U.S.A.

    Director Name: Gabor Szakacsi, Derik Rentrop

  • Carrowbeg – A Devotion

    Subtile Harmonien kreisen umeinander wie Gedanken, die sich nicht lösen wollen. Jeder Wechsel trägt eine Mischung aus Nähe und Distanz, als ob etwas Kostbares bewahrt und zugleich preisgegeben wird.

    Lo-Fi · Downtempo · 2014

    (mehr …)
  • A Devotion

    Fotografie für das Cover von der Single ‚A Devotion‘ von Carrowbeg.

  • Mehr Glut als Plan 

    Wir,
    beim Tanz auf der Glut,
    im Vulkan an einem Dienstag,
    komplett übermotiviert.

    Du rutschst fast weg,
    Hals voran, stolz mit Absicht.
    Ich halte dich,
    weil irgendwer ja
    immer plötzlich irgendwen halten will.

    Und greife zu
    mit ganzer Hand
    an deinem Puls,
    na klar,
    etwas mehr Druck –
    dass es dir noch
    nach Liebe schmeckt.

    Dann:
    der Ausbruch,
    Filmreife Szene.
    Feuer, Rauch und Asche,
    wir sehen nichts mehr,
    nicht mal uns.

    Aber hey:
    wir leuchten,
    immerhin.
    Zwei Flammen,
    die glauben,
    sie wären Sterne.

    Ich habe dich gerufen.
    Oder du mich.
    Vielleicht sind’s
    auch nur Echos.
    Egal.
    Klingt gut.

    Frederik Rentrop
    2014
  • Push-Nachricht um Mitternacht

    Erzähl mir das Ende
    dieser Geschichte,
    noch bevor sie sich selbst schreibt.
    Nur ein Stück,
    gerade genug,
    um zu ahnen,
    wer du wirklich bist:
    unter deiner Haut,
    hinter deinem Lächeln,
    in deinen Augen,

    die sich öffnen,
    dann blitzen,
    kurz schließen,
    und dann brennen.
    Als wüsstest du's nicht,
    dass ich dich gerne lese,
    so wie man nachts
    von einer Push-Nachricht geweckt wird
    und sich trotzdem freut,
    und sich den Rest
    für den Morgen aufhebt,

    und ja,
    das stimmt schon.
    Mehr, als du denkst.

    Denn ich kenne
    deine Stimme,
    deine Worte,
    Blicke,
    dieses Glucksen,
    diese kleinen Bewegungen,
    die du machst,
    wenn du glaubst,
    keiner sieht's.
    (Spoiler: doch.)

    Wenn du lachst,
    wird alles
    sofort ein bisschen
    leichter,
    wie nebenbei,
    ein stiller Hinweis,
    dass du's denkst
    und ich's spüre,
    dieses Spannung,
    wenn keiner was sagt:
    und trotzdem alles passiert.

    Denn immer,
    wenn du da bist,
    bleibt diese Geschichte.
    Bis zur letzten Zeile.
    Irgendwann.
    (Vielleicht)

    Frederik Rentrop
    2014