Du lehnst dich vornüber, das Licht bricht hart an deinen Schultern, Schweiß flimmert auf deiner Haut, wo jeder Takt die Luft in Streifen schneidet. – Nichts bleibt still, nicht du, nicht ich. Ein Brummen zwischen uns, wie ein Motor in einer heißen Sommernacht, der uns mitzieht, bis die Straße uns auffrisst. –– Was kommt, hängt nicht an dir, hängt nicht an mir. Es rinnt wie Schweiß in den Kragen, wie Regen auf Asphalt. ––– Wir halten nichts zurück, dein Schrei schlitzt die Nacht entzwei, mein Griff an deinem Puls, so fest wie ein Gedanke, der bleibt. –––– Und wenn alles zusammenkracht, nehmen wir’s wie einen Refrain, der zu gut ist, um nur einmal gespielt zu werden, noch einmal, bis die Nacht uns ausspuckt. ––––– Frederik Rentrop 2010
OTE ist eine Comedy-Action-Dokumentation im Reality-Stil mit absurdem Humor und Musikmontage-Stil aus dem Jahr 2010. Der Film wurde als DVD veröffentlicht.
Der Film dokumentiert und inszeniert zugleich eine spezifische Sport- und Subkultur der 2000er-Jahre und verbindet reale Situationen mit filmischer Überhöhung.
Der Film arbeitet mit rhythmischer Montage, Musikdramaturgie und dokumentarischen Elementen, um Atmosphäre, Körperlichkeit und Szenekultur zu verdichten. Inhaltlich ist OTE zugleich Zeitdokument, Stil-Experiment und unabhängige Autorenproduktion jenseits klassischer Produktionsstrukturen.
Mir fehlt ein Sandwich fürs Picknick. Im übertragenen Sinne. Klar. Aber auch so: Ich stehe morgens auf und beginne den Tag wie einen Satz ohne Verb. Gehe durch Räume und bemerke nicht Wesentliches. Eher die Nuancen des Unwichtigen. Das bin ich. Meine romantischen Sensoren sind so verstellt, dass selbst die grellsten Signale an mir vorbeiziehen. Letzter Aufruf. Gate schließt. Das ganze Programm.
Sie ist da. Immer schon. Die ganze Party. Mit Augen wie Stroboskope, Blicke, die andere Männer sofort umgehauen hätten. Ich aber? Weiche aus. Instinktiv. Wie man Werbung wegklickt. Kunstvoll fast, diese Ahnungslosigkeit. Sie bewegt sich an mich heran. Tequila, Vanille, die ganze Chose. Die Luft knistert. Ich schaue auf ihre Beine, versuche was Cooles zu sagen, aber mein Mund spuckt nur aus: „Hey, du hast ’ne Hose an?“
Sie steckt mir einen Zettel mit ihrer Nummer unter den Scheibenwischer meines Ford Explorer. Herzchen. Das volle Programm. Ich finde ihn morgens, halte ihn knapp am Licht vorbei: „Bestimmt ein Nachbar. Wegen parken. Werden auch immer aufdringlicher, die Leute.“ Ungelesen.
So einer bin ich. Drink in der Hand, Nebel im Kopf. Cooler Kerl. Aber ihre Signale? Weg. Verschwunden. Ich bin wie ein Köter ohne Witterung.
II Schöne Pfeile
Mir fehlt ein Bier im Sixpack. Am Lagerfeuer bewegt sie sich für mich. Langsam. Einladend. Flammen, Schatten, das Spiel. Ich kratze mich am Kopf: „Alles klar bei dir?“
Ihr Blick: Warnblinker. Sie selbst: ein einziger Flirt auf zwei Beinen. Und ich? Bier in der Hand. Ich frag nach Feuer und zünde mir nur die Zigarette an. Die Funken am Himmel erscheinen mir wichtiger.
Die Wochen ziehen ins Land, und sie wird verzweifelter. An der Bar kritzelt sie ein paar Worte auf eine Serviette. Dünnes Papier, weiche Hand. Ich nicke, wische meine Cola damit auf, werfe das Ganze weg. So läuft das manchmal. Mein Gehirn: nur Rauschen. Jede romantische Frequenz überlagert von – ja, von was eigentlich? Ich weiß es nicht.
Und sie? Sie wirft mir Liebe zu wie Dartpfeile im Dunkeln. Zielt auf mein Herz und trifft ins Leere. Immer wieder. Ich stehe da, und die Pfeile fliegen an mir vorbei, und ich denke: schöne Pfeile. Interessant.
III Cooler Kerl
Mir fehlt ein Ziegelstein in der Wand. Ich bewege mich durch die Liebe wie ein Tourist ohne Stadtplan. Überall Schilder. Ich sehe nichts. Nur Statik.
Sie tanzt. Grelles Licht. Schweiß wie nach dem Joggen auf ihrer Haut. Ich zähle gedanklich die Dellen in meinem Skateboard. Dreizehn. Wichtig. Sie lehnt sich zu mir. Warmer Atem. Leuchtende Augen. Hier hätte man sich küssen können. Ich betrachte ihre Lippen, suche nach Worten.
„Hey Süßer“, flüstert sie, „lass uns die Nacht anzünden.“ Ich nicke: „Cool. Tiefe Gespräche. Auf zur Burgruine.“
Mein Schädel: Granit. Ihre Zuneigung prallt ab wie eine Frisbee an der Wand. Falsch abgelenkt. Ich stolpere durch ihre Avancen wie ein betrunkener Akrobat. Kein Netz. Kein Boden. Keine Ahnung. Sonst komm ich klar. Nur hier nicht.
IV Mit ihr
Ich verliere den Faden. Immer wieder. Sie spinnt ihn neu, und ich lasse ihn fallen.
Und dann kommt dieser Tag. Das Picknick.
Die Sonne steht tief über der Wiese, alles riecht nach Gras und ein bisschen nach Diesel von den Traktoren. Auch Vanille, und noch etwas. Sie breitet die karierte Decke aus, und ich denke an nichts. Das ist mein Talent. An nichts denken, während alles passiert.
Sie teilt das Sandwich mit mir. Reicht mir ein Bier. Die Flasche ist kalt und nass, und sie sagt: „Komm schon. Versuch’s einfach.“
Sie strahlt. Sie schaut mich an, anders als sonst. Sie lächelt, und ihr Lächeln ist eine Ohrfeige.
Dann trifft es mich.
Auch noch ein Ziegelstein. Direkt an den Kopf. Die Statik löst sich auf. Das Rauschen hört auf. Der Nebel zieht ab. Und plötzlich sehe ich sie. Zum ersten Mal wirklich. Nicht als Kumpel. Nicht als irgendwen. Als Frau. Als die Frau, die mich will. Die ich will. Die ganze verdammte Zeit.
All die Sandwiches, die Biere, die Ziegelsteine, die ich übersehen habe. All die Dartpfeile, die knapp an mir vorbeigeflogen sind. Plötzlich ergibt alles einen Sinn.
Sie grinst. Ich kapier’s. Die Liebe schlägt ein wie der Wecker am Montag. Wie der Schlüssel, der die ganze Zeit in meiner Tasche war.
Sie hat mir ein Seil zugeworfen. Immer wieder. Ich will was sagen, aber alles ist schon gesagt. Scheiß drauf. Kuss. Und jetzt, an diesem Abend, auf dieser Decke – jetzt endlich greife ich fest zu. Sie schließt die Augen, schmilzt, endlich dran. Lässt los.
Die Sonne verschwindet hinter den Bäumen. Irgendwo fährt ein Auto vorbei. Und ich liege da und weiß, wo ich bin. Mit ihr.
Verse 1 She walks out. Cologne shakes loud. Band shirt torn. She cuts through crowd. Jeans hang low. Her eyes on prowl. The hunt begins. No words. Just growl. Golden Hole!
Chorus 1 She spins around. Night unlocks. No rules. No plan. Desire knocks. She turns her hips, meaning clear. HEY! HEY! I get it now, that’s why I’m here. Golden Hole!
Verse 2 No rules tonight. She takes control. Razor laugh and hungry soul. The crowd falls hard. It’s skin on skin. The game is short. Fire within. Golden Hole!
Chorus 2 No breaks. No shame. Signal bold. Her rebel heat won’t wait for cold. She sets the stage. I take the road. HEY! HEY! HEY! The flesh train rolls. Heavy load. Golden Hole!
Bridge She wants it all. She wants the hit. She turns her back. I follow it. That body calls, the prey is near. Her kiss is raw. I taste no fear. Golden Hole!
Verse 3 Stumble to her place. Tale retold. Girl gone wild. No grip to hold. No sunrise deal. Just aftershow. Just raw collapse inside her. Golden Hole!
Final Chorus No mercy now. No limits shown. Her fever burns. She takes the throne. The lights collapse. I hit the road. HEY! HEY! HEY! The flesh train crashes. Full explode. Golden Hole!
Ich ertappe mich, schon wieder dabei, wie ich daran denke, an ihren Haaren zu ziehen. ~ Nicht wild, nicht roh, einfach so: bleib mal kurz hier. ~ Sie trägt die Haare hoch: Pferdeschwanz. Absichtlich, natürlich. Zopf und Gummi vom Büdchen (sie weiß, was sie tut). ~~ Wenn sie tanzt … vorn, gerade noch so in Reichweite … und so tut, als wär ich Statist, dann muss ich, ganz kurz einmal. ~~~ Nicht reißen, nur Kontrolle. Ich spür dich, das hier ist echt. ~~ Und sie? Lässt es zu. Vielleicht für mich, vielleicht für sich (vielleicht beides). ~ Ich mag sie, sehr sogar. Sie hat was verändert in mir. Nicht viel … Besser: wenig. ~ Mit ihr ist selbst nichts machen ein guter Plan. ~~ Und manchmal, wenn ich daran denke, wie sie bleibt, wie sie lacht, wie sie tanzt, ~~~ dann wird's laut in mir, für einen Moment, ~~~~ und ich denk: Das ist vielleicht Liebe (oder was Besseres). ~ Frederik Rentrop 2006
der morgen findet uns nah, dein atem ist noch warm vom schlaf. dein lachen: erstes wort. genau richtig, ein grinsen, das mich kennt. der tag geht los, wir bleiben liegen, und du bleibst hier. / du summst wie ferne bienen, vanille und stadt auf deiner haut. ein blinzeln, so leicht, du nimmst meine hand, als wär's zum ersten mal. track eins. wg-küche: magnete halten pläne, jemand öffnet cornflakes im halbschlaf, eine tür atmet. kann jemand kaffee? läuft. / kein ziel, kein plan, kein stress, nur diese küche mit offenem fenster. der wasserkocher macht nebel, wir würzen den toast mit pfeffer und nennen das leben. passt. / kaffee am rhein mit dampf in der hand. ein boot bügelt die wellen glatt, ein kran zieht die wolken krauselig. / die uhr nun langsam und der blick ganz schnell, bis wir uns wiedersehen. den rest erzählen wir dort. bald. / du zeigst mir die abkürzungen und ich erfinde die umwege. wir treffen uns genau dazwischen, an einem büdchen, das auch im winter an sommer glaubt. hook. / vinyl nur noch als leise spur in der erinnerung. handy ohne balken, wir tauschen erzählungen, dein heute, mein jetzt, remix aus worten, wir lassen sie laufen wie musik. nur mit uns. repeat. / cafés, die uns noch nicht kennen, flussufer, brücke, wind an der wange. wir spielen unseren song und hören dem echo zu. refrain. / du fühlst den groove, ich halt den beat, deine söckchen auf der heizung. die stadt klopft durch die wände, wir klopfen zurück. call & response. / kein ziel, nur shuffle, und unser gemeinsames zählen. eins für den blick und zwei für die hand, drei für das hier und vier für kommst du mit? fünf, und schon sind wir weiter. / nachts leuchtet die stadt wie türme aus gläsern, mit straßenbahnen aus licht. wir gehen im jetzt verloren, und bleiben gerne dort, denn der morgen ist egal. zusammen. goodnight. – frederik rentrop köln, 2005