
Literarische Montage · Autofiktion · 2026
ein remix aus texten, begriffsminiaturen und lyrik-bruchstücken. sie dreht sich. das vinyl auch. zwei kräfte. ich dazwischen. eine literarische montage über sucht, nähe und entscheidung.

ein remix aus texten, begriffsminiaturen und lyrik-bruchstücken. sie dreht sich. das vinyl auch. zwei kräfte. ich dazwischen. eine literarische montage über sucht, nähe und entscheidung.
der morgen findet uns nah,
dein atem ist noch warm vom schlaf.
dein lachen: erstes wort. genau richtig,
ein grinsen, das mich kennt.
der tag geht los, wir bleiben liegen,
und du bleibst hier.
/
du summst wie ferne bienen,
vanille und stadt auf deiner haut.
ein blinzeln, so leicht,
du nimmst meine hand,
als wär's zum ersten mal. track eins.
wg-küche: magnete halten pläne,
jemand öffnet cornflakes im halbschlaf,
eine tür atmet. kann jemand kaffee? läuft.
/
kein ziel, kein plan, kein stress,
nur diese küche mit offenem fenster.
der wasserkocher macht nebel,
wir würzen den toast mit pfeffer
und nennen das leben. passt.
/
kaffee am rhein mit dampf in der hand.
ein boot bügelt die wellen glatt,
ein kran zieht die wolken krauselig.
/
die uhr nun langsam
und der blick ganz schnell,
bis wir uns wiedersehen.
den rest erzählen wir dort. bald.
/
du zeigst mir die abkürzungen und
ich erfinde die umwege.
wir treffen uns genau dazwischen,
an einem büdchen, das auch im winter
an sommer glaubt. hook.
/
vinyl nur noch als leise spur
in der erinnerung.
handy ohne balken,
wir tauschen erzählungen,
dein heute, mein jetzt,
remix aus worten,
wir lassen sie laufen wie musik.
nur mit uns. repeat.
/
cafés, die uns noch nicht kennen,
flussufer, brücke, wind an der wange.
wir spielen unseren song
und hören dem echo zu. refrain.
/
du fühlst den groove,
ich halt den beat,
deine söckchen auf der heizung.
die stadt klopft durch die wände,
wir klopfen zurück. call & response.
/
kein ziel, nur shuffle,
und unser gemeinsames zählen.
eins für den blick und zwei für die hand,
drei für das hier und vier für kommst du mit?
fünf, und schon sind wir weiter.
/
nachts leuchtet die stadt wie türme aus gläsern,
mit straßenbahnen aus licht.
wir gehen im jetzt verloren,
und bleiben gerne dort,
denn der morgen ist egal.
zusammen. goodnight.
–
frederik rentrop
köln, 2005
Over The Edge ist eine aktionsreiche, humorvolle und chaotische Serie aus den Jahren 2004 – 2006. Die Folgen liefen auf Oberberg TV und als media-x-vision Video-on-demand.

vinyl dreht sich
in unserer zimmerluft,
die noch nach nächten riecht.
/
ein knacken zwischen den tracks,
wie kurz vorm bassdrop,
in einem club,
der uns
bis zum morgen hält.
/
du im hoodie,
die haare zerzaust,
von club zu club in der nacht,
im beat dieser stadt,
mit dem song,
der uns nicht loslässt.
/
ich lehne
an der wand,
lese deinen mund
wie liner notes.
/
du ziehst mich
in die rillen zurück,
wir drehen weiter,
wir lassen nicht nach,
kein stopp,
nur laut.
/
der abend vergeht,
aber der song bleibt endlos,
während die platte leer weiterläuft.
/
wir zwei,
im groove gefangen,
weil wir
in unserem refrain
versinken.
/
vinyl dreht sich.
–
frederik rentrop
köln, 2004
Digitale Abstraktion (2003) zum Sandboarding am Monte Kaolino. Fließende Linien und transparente Formen übersetzen Bewegung über Sand und Wasser. Eine visuelle Hommage, in der Geschwindigkeit Form annimmt.
Die Stadt kocht,
rennt, tropft und brennt.
Die Musik rockt in
Bars, Clubs und Hallen.
Alles klingt nach Jetzt,
selbst was erst morgen ist.
Wir hören nur:
Weiter, weiter, weiter.
Logos wie Kicks, dazu fünf Flaschen Bier:
Das Raster bleibt stabil.
Literatur mit uns an der Bar:
Kritzelei auf Bierdeckeln, lauter als der DJ.
Cut. Weiter.
Ausstellungen wechseln
schneller, als wir blinzeln:
Auf, zu,
neu.
Wir stolpern:
vom Kickertisch zu Groove Attack,
dann in den Park.
Auf den Ringen: mit Augen.
Graffiti brutal auf Metall.
Jeder Waggon: ein Screen.
Jeder Zug: ein Beat.
Wir lesen den Takt.
Kölsch im Stehen,
Pizza im Gehen.
Wir fressen die Nacht,
die Nacht frisst zurück.
Layout der Straßen:
unruhig, chaotisch, aber lesbar.
Dann der Rhein:
Breit, kühl und unbeeindruckt.
Er schweigt,
wir hören alles.
Dann der Keller:
Drum’n’Bass wie Maschinen.
Bass. Snare. Bass. Snare.
Weiter.
Mädchen: Ironie im Blick,
zwischen Kuss und Rausch,
zwischen Flirt und Crush.
Jeder will was sagen,
jede hat was zu sagen.
Nah, laut, alles richtig.
Taschen voller Zettel:
Texte, Bilder, Nummern, Herzen.
Herzen zu schnell:
Beats, Blicke, Lichter, Stimmen.
Jetzt!
Frederik Rentrop
Köln, 2003
Digitale Abstraktion (2002) über das Gleiten auf Eis. Kristalline Formen in Weiß und Blau mit erdigen Einschlüssen. Ein Spiel zwischen Geometrie und Bewegung.
